Der Begriff „Vision 2020“ steht für ehrgeizige Ziele, wie zum Beispiel bis 2020 die Armut zu halbieren und Ruanda in ein Land mit mittlerem Einkommensniveau zu transformieren. Viele Zwischenziele wurden – wie im vorherigen Artikel beschrieben – bereits erreicht. Doch welche Entwicklungsstrategie verbirgt sich eigentlich dahinter?
Motor der „Vision 2020“ ist die Strategie zur Armutsbekämpfung, auch bekannt als „Economic Development and Reduction Strategy“ (EDPRS). Hierbei handelt es sich um klare Richtlinien der Entwicklungspolitik mit dem Schwerpunkt der Armutsbekämpfung. EDPRS I lief von 2008 bis 2012. Nach Angaben des ruandischen Wirtschaftsministeriums wurden während der Laufzeit von EDPRS I fast 90 Prozent der festgelegten Ziele erreicht. Ein großer Erfolg ist dabei die deutliche Senkung der Armutsrate, wie im obigen Artikel bereits beschrieben. Am 7. Februar wurde in Kigali die zweite Phase von EDPRS eingeleitet.
Hauptgründe für die positive Bilanz von EDPRS I sind Schlüsselprogramme in den Bereichen Bildung, Agrarwirtschaft, Gesundheit und der Kommunikationstechnologie. In allen Programmen lag das Augenmerk darauf, den Bürgern die Dienstleistungen und Angebote so gut wie möglich zugänglich zu machen. Besonders wichtig waren die Einführung der allgemeinen staatlichen Krankenversicherung sowie die „Nine-Year Basic Education” – die kostenlose Schulausbildung und Schulpflicht bis zur neunten Klasse. Außerdem werden mit dem „One cow per family”-Projekt bedürftige Familien unterstützt. All dies war und ist nur möglich durch die Unterstützung von verlässlichen Partnern in der Entwicklungszusammenarbeit.
Präsident Paul Kagame zeigte sich während der Präsentation von EDPRS I sichtlich erfreut. Er lobte die unermüdlichen Bemühungen der ruandischen Bürger, die zu dem großen Erfolg geführt hätten. In Ruanda habe ein Umdenken stattgefunden: Die Bürger vertrauten nun in ihren eigenen Fähigkeiten und seien überzeugt, dass sie aus eigener Kraft heraus eine Veränderung erwirken könnten, sagte er. Präsident Kagame betonte jedoch auch, dass es trotz der erfolgreichen Bilanz von EDPRS I noch weiterer Anstrengungen bedürfe, um so viele Bürger wie möglich aus der Armut zu holen.



