Präsident Paul Kagame besucht vom 12-13. Juni Deutschland im Rahmen der G20 Afrika Konferenz

Präsident Kagame: "Kommerzielle Ziele und Investitionsbeziehungen zwischen Afrika und Ländern mit höherem Einkommen ist die beste Möglichkeit, um für nachhaltige Entwicklung zu sorgen."

Paul Kagame und Angela Merkel

Seine Exzellenz Paul Kagame, Präsident der Republik Ruanda nahm am 12.07.2017 an der G20-Afrika Partnerschaftskonferenz, die unter dem Motto "Investieren in eine gemeinsame Zukunft" in Berlin stattfand, teil.
 
An der Konferenz, die von Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, ausgerichtet wurde, nahmen neben zahlreichen Würdenträgern, auch weitere Staatsoberhäupter Afrikas teil.
 
Seine Botschaft richtete Präsident Kagame an die Konferenzteilnehmer und an die führenden G20 Länder, welche lautete, dass kommerzielle Ziele und Investitionsbeziehungen zwischen Afrika und Ländern mit höherem Einkommen die beste Möglichkeit seien, um für nachhaltige Entwicklung zu sorgen.

Der Präsident bekräftigte, dass traditionelle Unterstützung zwar hilfreich, aber nie genug sein könne, um langfristige Entwicklung zu gewährleisten. Auch die Partnerländer seien an der Belastbarkeitsgrenze angelangt, was allein government-to-government Aktivitäten erreichen können.

"Dies ist der richtige Zeitpunkt, die Handels- und Investitionsbeziehungen ganz oben auf unsere gemeinsame Agenda zu setzen. Hierfür sind noch engere Beziehung zwischen Afrika und den Ländern mit höherem Einkommen sowie den internationalen Finanzinstitutionen von Nöten, von denen wir letztlich alle profitieren werden."  

Präsident Kagame unterstrich Möglichkeiten, z.B. solche, wie die afrikanischen Regierungen die Bedingungen für den Privatsektor verbessern könnten und unterstrich deren signifikante Rolle, Geschäftsbeziehungen und Handel ohne großen bürokratischen Verwaltungsakt zu betreiben, welcher letztendlich den Interessen weniger diene und zur Armut beitrüge.

"Wo auch immer es beginnt, auch außerhalb der Behörden, bürokratischer Verwaltungsaufwand dient nur einseitigen Interessen, aber nicht dem öffentlichen Interesse. Es trägt zur Armut bei und verlangsamt allgemein Weiterentwicklung. Dafür gilt es als ersten wichtigen Schritt, diese Barrieren zu beseitigen."

Präsident Kagame sagte, dass Ruanda, neben dem Aufstieg in die "World Bank’s Doing Business-Rankings" und durch die Vereinfachung des Geschäftsumfeldes, die Aufmerksamkeit von Investoren gewonnen habe.

"Administrative Reformen sind an sich nicht genug. Somit ist die zweite staatliche Aufgabe, durch den Bau von unerlässlicher Infrastruktur und öffentlich-privater Kooperation, die Unternehmenskosten zu reduzieren. Einige der attraktivsten und wirkungsvollsten Investitionsgelegenheiten sind Investitionen in Straßen, Brücken, Häfen, Autobahnen, Kraftwerke, Wasser- und Abwasserinfrastruktur sowie Kommunikationsnetzwerke, welche Afrika dringend benötigt, um Wachstum voranzutreiben."

Präsident Kagame merkte an, dass sich durch die Integration der globalen Wirtschaft, die Geschäftsbedingungen verbessert hätten. Verträge würden eingehalten und der Kontinent hätte sich zunehmend stabilisiert. Nicht zuletzt hätten sich Führung, Transport und die Internetanbindung in den letzten Jahren weiterentwickelt.

"Unternehmen in Afrika geht es gut in Afrika, nicht nur aufgrund der Rohstoffindustrie. Möglichkeiten im Einzelhandel, Baugewerbe, Landwirtschaft und Finanzdienstleistungen sind sehr stark. Die Bevölkerung Afrikas, inklusive der Mittelschicht, wird weiterhin expandieren und unsere Städte sind bereits Teil der schnellwachsenden Zentren in der Welt."

Präsident Kagame forderte alle G20 Staatsoberhäupter auf, über reine Gespräche hinaus zu gehen und somit Partnerschaften aufzubauen, welche einen Gewinn für Europa und Afrika hervorbringen werden.

"An dieser Stelle waren wir schon einmal. Stellen wir uns den Herausforderungen, indem wir die Dinge diesmal anders und schneller voranbringen. Endlose Diskussionsrunden werden weder unsere noch Ihre Probleme lösen. Je schneller wir es schaffen, Klarheit über die besten Lösungen zu erlangen,  umso besser. Sie können auf uns zählen, wir werden unseren Teil in partnerschaftlicher Zusammenarbeit dazu beitragen."

Die Konferenz brachte ausgewählte afrikanische Staatsoberhäupter, darunter aus Ruanda, Ghana, Tunesien, Guinea, Senegal, Niger, Mali und der Elfenbeinküste sowie Gesandte aus ganz Afrika mit den G20 führenden Ländern zusammen.

Neben der Teilnahme an der Veranstaltung, besuchte Präsident Kagame den Bundespräsidenten und empfing Bundesaußenminister Sigmar Gabriel für einen Antrittsbesuch, um Interessen bilateraler und multilateraler Natur beider Länder zu besprechen.