Rwanda Business and Culture Day in Hamburg

v.l.: Staatsrat Dr. Carsten Brosda, Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, S.E. der Botschafter, Igor Cesar. Photo Credits: Luise Michel

Photo Credits: Xin Deng

Photo Credits: Xin Deng

Am 14. September 2016 fand im Museum für Völkerkunde in Hamburg der Rwanda Business and Culture Day statt.

Die Veranstaltung wurde von der Botschaft der Republik Ruanda in Deutschland und dem Honorarkonsulat von Ruanda unter Mithilfe der Stadtverwaltung Hamburg organisiert und hatte zum Ziel, den Bewohnern Hamburgs die Kultur sowie das Geschäftsklima Ruandas nahe zu bringen.

Circa 120 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, die sich mit Präsentationen und Diskussionen Ruandas politischer, ökonomischer und sozialer Entwicklung seit dem Genozid an den Tutsi 1994 widmete.

In seiner Begrüßungsrede betonte Dr. Carsten Brosda, Hamburgs Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales, die starke Verknüpfung zwischen Ruanda und Deutschland und ermutigte die Zuhörer, den Tag als Möglichkeit zu sehen, neue Kontakte zu knüpfen, sich inspirieren zu lassen und auch etwas von Afrika zu lernen.

Daran anknüpfend umriss seine Exzellenz der Botschafter von Ruanda, Igor Cesar, den bemerkenswerten ökonomischen Fortschritt Ruandas, der erst möglich wurde durch eine Rückbesinnung auf traditionelle und kulturelle Wurzeln und die starke Motivation innerhalb der Bevölkerung, das Land neu aufzubauen.

Zu den anderen Sprechern zählten u.a. Tom Pause, Managing Partner bei E&P Focus Consulting GmbH, und Pierrot Raschdorff vom Afrika Verein der deutschen Wirtschaft e.V. Beide hoben Ruandas fortschrittliche Entwicklung der letzten Jahre hervor, wie z.B. ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 7% p.a. (trotz Rohstoffmangels), eine kommerzialisierte Landwirtschaft, kaum Korruption, eine wachsende digitale Infrastruktur, 150.000 neue Jobs jenseits der Landwirtschaft, die Einrichtung von Solaranlagen zur Energiegewinnung und ein funktionierendes Krankenversicherungssystem, das heute 95% der ruandischen Bevölkerung mit der Grundversorgung abdeckt.

Maximilian Hartweg, Mitbegründer von Ideas in Motion sprach über Wege nach Ruanda für diejenigen, die sich außerhalb klassischer Entwicklungsarbeit bewegen und stattdessen lieber ihre globale akademische Expertise nutzen, um lokalen Unternehmern in Ruanda zu helfen, ihr Business aufzubauen.

Serge Kamuhinda, der COO des Rwanda Development Board (RDB) thematisierte insbesondere die ökonomische Transformation des Landes und das positive Geschäfts- und Investitionsklima, das die Regierung unter Präsident Paul Kagame geschaffen hat. Er untermauerte seine Aussagen mit Ergebnissen globaler Studien, die u.a. Ruanda als effizienteste Regierung Afrikas einstuften (7. weltweit), als dritt wettbewerbsfähigste Wirtschaft Afrikas und weltweit als meist entwickeltes Land im Hinblick auf Menschenrechte. Außerdem sei Ruanda das beste Land in Afrika, um eine Frau zu sein (6. weltweit) und der sicherte Ort Afrikas nachts auf den Straßen (5. weltweit). Die Lebenserwartung hat sich von 30 auf 66 Jahre verdoppelt und innerhalb der letzten 10 Jahre ist die HIV-, Malaria- und Tuberkulose-Mortalitätsrate um 80% gesunken. Das sind Fortschritte, die auffallen.

Lydie Hakizimana vom KLab Rwanda teilte ihre ganz persönliche Business-Erfolgsgeschichte – von der Liebe zu Büchern hin zur Gründung eines Schulbuch-Verlages.
Darauffolgend wurde ein Film des ruandischen Filmproduzenten Eric Kabera gezeigt, "Intore"; darauf aufbauend sprach Esther Mujawayo, Soziologin, Traumatherapeutin und Genozid-Überlebende, über die traumatisierenden Folgen eines Völkermords und die Schwierigkeiten, die die Versöhnung einer post-genozidären Gesellschaft mit sich bringt. Sie endete mit einer Verbeugung vor der harten Entscheidung der Ruander, zusammen zu leben und zusammen zu stehen für den Aufbau einer friedlichen, hoffnungsvollen und versöhnten Nation.

Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion zu den Fragen, wofür Ruanda heute steht und wie die Diskussionsteilnehmer die Zukunft des Landes sehen. Die Essenz dieses Tages zusammenfassend war hierbei der einheitliche Tonus, dass Ruanda nicht nur ein Entwicklungsland auf dem Weg zu wirtschaftlichem Wohlstand ist; vielmehr ist es ein Land des Friedens, ein Land voll von energiegeladenen, jungen und motivierten Menschen, die darin aufgehen, Ruanda zu der bestmöglichen Version von sich selbst zu machen.